Aspekte der pädagogischen Arbeit

Aspekte der pädagogischen Arbeit

In unserer religiösen Verantwortung für die Kinder wollen wir deutlich machen, was uns Christen wichtig ist. Für uns ist religiöse Erziehung ein Prozess des gemeinsamen Handelns. Dabei greifen wir konkrete Lebenssituationen der Kinder auf, berücksichtigen das kindliche Weltverständnis und verbinden beides mit religiösen Symbolen und Inhalten. Wir wollen mit den Kindern Glaubenserfahrungen erleben und erzählen. Mit Bibeltexten, Gebeten, Riten und Festen wollen wir christlichen Glauben vermitteln und Glaubens-, Lebens- und Handlungsorientierung geben.

Wortgottesdienste und Feierstunden zum Erntedankfest, Allerheiligen, Allerseelen, St. Martin, St. Nikolaus, Advent und Weihnachten, Erscheinung des Herrn, Ostern sowie Dankgottesdienst zum Kindergartenjahresabschluss sowie monatliche Geburtstagsgottesdienste sind feste Bestandteile in unserer religiösen Erziehung.

Unter Zwang kann sich kein Glaube entfalten. Gerade weil wir zum Glauben einladen wollen, respektieren wir die Willensbewegung, die auch bei Kindern als religiöse Orientierung schon spürbar ist, wenn man sensibel wahrnimmt. Es ist für Kinder wichtig und tut gut, zu erfahren, dass andere anders glauben. Deswegen ist in einer Tageseinrichtung für Kinder auch Ökumene zu Hause.

Themenbausteine, Projekte und Angebote

Die Inhalte unserer pädagogischen Angebote in Betreuung, Erziehung und Bildung ergeben sich aus den verschiedenen Lebensbereiche des Kindes: Familie, Umfeld der Familie, Beziehungen, Sprache, Natur, Kultur, Technik, Religion und Weltanschauung.

Wir stellen das jeweilige Kindergartenjahr unter ein besonderes Thema. Für unsere Planungen sind der kirchliche Jahreskreis und der Naturrhythmus ein Orientierungsrahmen. Bei der Themenplanung berücksichtigen wir den Entwicklungsstand des Kindes, die Realisierbarkeit, die Altersangemessenheit, die Projekteignung, die ethische Vertretbarkeit sowie die Motivation der Kinder. Zu den Themen werden pädagogische Bausteine entwickelt, die in einem Zeitrahmen von ca. 3 Monaten das Handwerkszeug für die Erzieherin sind. Entsprechend der Situation in ihrer Kindergruppe wählt die Erzieherin die jeweils passenden Bausteine aus dieser Zusammenstellung aus.

Hierbei werden konkrete Fragen nach Bildungs- und Erziehungszielen, nach erforderlichen Medien, nach der Anwendbarkeit von Methoden und nach Auswirkungen auf die Raumgestaltung berücksichtigt. Unsere Themenbausteine enthalten Gesprächsanregungen, Erzähl- und Vorleseanregungen, Bilderbuchanregungen, Anregungen zur Bildbetrachtung, Liedanregungen, Klanggeschichten, Spielanregungen, Bewegungs- und Rhythmikanregungen, Gestaltungs- und Werkanregungen, hauswirtschaftliche Anregungen und Anregungen für verschiedene Aktionen. Dazu gehören auch Ausflüge, Spaziergänge, Besichtigungen, Feste, Feiern und andere Aktivitäten, um die Inhalte mit allen Sinnen begreifbar zu machen. In der Umsetzung versuchen wir, spontane Wünsche und Interessen der Kinder aufzunehmen.

Das Bedenken und Beobachten der aktuellen Begebenheiten und Bedingungen der Kinder ist uns im methodischen Vorgehen unverzichtbar. Viele der Aktivitäten finden gruppenübergreifend statt.

In Kleingruppenarbeit gehen wir gezielt auf die Bedürfnisse einzelner Kinder ein. Wir fördern sie in verschiedenen Bereichen. Wir wollen sie stark machen. Sie sollen ihre Stärken erkennen und mit ihren Schwächen umgehen können.

  • Förderung der Sinneswahrnehmung:
  • Es werden Materialien angeboten, die unterschiedliche Oberflächen haben (Tastsinn), die Düfte und Gerüche abgeben (Geruchssinn), die zum Spielen mit Licht und Farben anregen (Sehsinn), die Klänge oder Geräusche abgeben (Hörsinn), die man essen oder trinken kann (Geschmackssinn), mit denen man schaukeln und balancieren kann (Gleichgewichtssinn).
  • Förderung der grobmotorischen Entwicklung:
  • Kinder können in sich in der Bewegungslandschaft in der Gymnastikhalle und im Außenspielgelände bewegen.
  • Förderung der feinmotorischen Entwicklung:
  • Dazu finden Gestaltungs- und Werkangebote statt.
  • Förderung der Selbständigkeit und der Fähigkeit, Verantwortung zu übernehmen:
  • Wir geben Entscheidungsfreiheiten: „Hilf mir, es selbst zu tun"
    Kinder sollen feste Aufgaben übernehmen, auch im hauswirtschaftlichen Bereich.
  • Förderung der Sprachentwicklung:
  • Durch Erzählungen, Bilderbücher, Gedichte und Reime, durch Rätsel, Rollenspiele und Ermutigung zum Sprechen erhalten die Kinder Sprechanreize.
  • Förderung der emotionalen Fähigkeiten:
  • Im Zusammenleben mit anderen erleben Kinder Erfolg und Misserfolg, Freude und Leid, Liebe und Ablehnung.

Jeder Lernprozess fordert den Einsatz aller Sinne mit unterschiedlichsten Schwerpunkten. Entwicklung ist ein ganzheitlicher Prozess.


Schulvorbereitung


Um den Übergang zur Grundschule zu erleichtern, bieten wir den Kindern, die bald Schulkinder werden, in einer altersgleichen Gruppe (gruppenübergreifend) während ihres letzten Kindergartenjahres eigene Projekte an. Gegen Ende dieser Zeit nehmen wir mit den Kindern Kontakt zur Grundschule auf. Sie lernen den Schulweg, das Schulgebäude, die Klassenräume, die Turnhalle, den Schulhof und einige Lehrer kennen. Sie erleben den Schulalltag der Erstklässler.

Schulaufgabenbetreuung

Zur Zeit besuchen alle unserer Kinder die Grundschule.

In Kleingruppen erledigen die Kinder möglichst selbständig ihre Schulaufgaben. Eine Erzieherin steht jeweils für notwendige Hilfen zur Verfügung. Sie kontrolliert die Aufgaben auf Fehler, Vollständigkeit und Sorgfalt. Bei Bedarf übt sie mit den Kindern. Rücksprachen mit Eltern und Lehrern sind selbstverständlich.

Freispiel

In unserem Hause versuchen wir den Kindern eine Umgebung zu bereiten, in der unterschiedliche Bedürfnisse und individuelle Entwicklungsstufen der Kinder berücksichtigt werden: Eine Umgebung, die Kreativität nicht nur zulässt sondern auch dazu auffordert, die den Aufbau von Beziehungen (von Kind zu Kind und von Kind zum Erwachsenen) ermöglicht, die Rückzugsmöglichkeiten bietet und in der Kinder sich bewegen können.

Im Freispiel können die Kinder entscheiden, wo, was, mit wem, wie lange und wie oft sie etwas tun möchten. Sie können andere Gruppen besuchen oder in den übrigen Räumen mit anderen Kindern spielen. Die Erzieherinnen bleiben für ihre Gruppen zuständig, machen in ihren Gruppen Themenangebote für Kleingruppen, denen sich auch Besucherkinder anschließen können. Im gruppenverbindenden Flur und im Gymnastikraum befindet sich eine begrenzte Anzahl von Kindern aus allen Gruppen, für die eine bestimmte Erzieherin Ansprechpartnerin ist.

Umgang mit Räumen (Atmosphäre)

Um im ganzen Haus Kindern, Teammitgliedern und Besuchern eine helle und freundliche Atmosphäre zu bieten, sind wir darauf bedacht, dass sich in allen Räumen Pflanzen und Blumen befinden und dass alle Materialien möglichst pfleglich behandelt werden. Schon durch die Anordnung von Mobiliar, Spielmaterialien und kreativen Arbeitsergebnissen der Kinder soll jeder beim Betreten der Räume willkommen geheißen werden.

In unseren Gruppenräumen finden die Kinder unterschiedliche Funktionsbereiche.Kreativer Schwerpunkt:
Für Mal-, Schneide- und Klebearbeiten mit verschiedensten Materialien wie Papier, Pappe, Stoff, Leder, Pelz, Perlen, Knöpfen, kostenfreien Materialien usw.
Feinmotorischer Schwerpunkt:
Möglichkeiten zum Üben von Verschlusstechniken, Nähen, Weben, Flechten usw.
Kognitiver Schwerpunkt:
Spielbereich mit Puzzles, didaktischen Materialien, Regelspielen
Rollenspielschwerpunkt:
Verkleidungskiste mit Kleidern und Hüten, Wohnung mit Möbeln und Kochutensilien, Wolldecken, Stoffen, Klammern, Tisch und Stühlen, Arztutensilien, Telefon, Handpuppen usw.
Ruhebereich:
Matratze, Kissen, Decke, Kuscheltiere, Bücherkiste usw.
Baubereich:
Konstruktionsmaterialien, Belebungsmaterialien und Holzbausteine


In allen Gruppenräumen sind die Fensterbänke als Arbeits- und Spielflächen mit einbezogen.

Alle Materialien, die den Kindern im Freispiel zu Verfügung stehen, haben in offenen Regalen ihren festen Platz, an dem sie immer zu finden sind. Die Regalschränke, die in den Gruppenräumen die einzelnen Funktionsbereiche voneinander abtrennen, sind mobil, somit kann die Raumaufteilung der jeweiligen Gruppensituation angepaßt werden.Bewegungsbereich:
Unsere Gymnastikhalle wird während der Freispielzeit in eine Bewegungslandschaft umgestaltet. Mit den interessierten Kindern bauen wir Bewegungsmöglichkeiten auf. Die Kinder lernen beim Umgang mit Materialien wie Schaukel, Sprossenwand, Turnbank, Rutsche, Rollbrett, Balancierbrett, Tüchern, großen Stoffen, Decken u.ä. sich selbst und ihre Fähigkeiten und Grenzen kennen, sie lernen ihre Bewegung zu koordinieren und zielgerichtet einzusetzen. Manchmal schaffen sie etwas alleine, manchmal brauchen sie dazu die Hilfe von anderen Kindern. Sie können sich ihren Gefühlen entsprechend bewegen. Bei den Aktionen lernen sie mit Geräten umzugehen und auch Gefahren einzuschätzen. Sie sind mit dem ganzen Körper aktiv.
Flurbereich:
Der gruppenverbindende Flurbereich ist in einige festbestimmte und einige veränderliche Aktionsflächen aufgeteilt:

Wasserbecken,
Sandbecken,
Kaufladen,
Hör- und Leseecke,
Kommunikationsrunde,
Schreibtisch mit Telefon und Schreibmaschine,
große Verkleidungsecke mit Spiegel,
Ruhebereich mit Aquarium,
Fußballkicker,
Tische mit wechselnden Kreativitäts- oder Experimentierangeboten,
abgetrennte Ecke für Schulkinder


Außenspielgelände

Ein Außenspielgelände befindet sich hinter dem KiTa- Gebäude. An die gesamte Hinterfront des Hauses schließt sich zunächst eine etwa 7 Meter tiefe, plattierte Terrasse an, auf der die Kinder bei trockener Witterung auch mit Fahrzeugen (Roller, Kettcar, Rollschuhen usw.) fahren können. In einer großen Sandfläche befindet sich ein Baustellenklettergerüst mit Seilwinden, Leitern und Sandrutschen. Auf der Rasenfläche steht eine andere Kletterburg mit Leiter, schiefer Ebene, Rutsche, Hängebrücke und Feuerwehrrutschstange. In dieser Burg befinden sich ein Kriechtunnel und eine Höhle. Ein weiteres Klettergerät mit Schaukel, verschieden hohen Turnstangen, Kletterseilen und Leitern ist auch noch auf der Rasenfläche zu finden. In einer abgeteilten Ecke sind zwei Schaukeln aufgestellt. Durch ein Gartentor gelangen die Kinder in einen Gartenbereich, der als Ruhe- und Pflanzenbereich angelegt ist. Hier befindet sich das Gartenhaus sowie eine Sitzecke aus Holzbänken unter einer bepflanzten Pergola. In dieser Zone haben die einzelnen Gruppen auch ihr eigenes Gartenbeet, das mit den Kindern besät, bepflanzt, gepflegt und abgeerntet wird. Auf der Rasenfläche wachsen Obstbäume. Auf den Grünflächen sind außerdem mehrere Weidentipis und ein Weidenkriechtunnel angelegt. Im Sandbaustellenbereich finden die Kinder fließendes Wasser zum Spielen und zur Pflege der Pflanzen. In einem weiteren abgeteilten Teil des Gartens findet sich ein ca. 20 qm großes Biotop: ein Teich mit Sumpf- und Wasserbepflanzung. Hier können die Kinder beobachten, wie Pflanzen und Tiere dieses Wasser erobern und wie es sich dadurch verändert.

Außenaktivitäten

Um den Erfahrungsbereich der Kinder zu erweitern, führen wir Exkursionen durch:Öffentliche Institutionen:
Polizei, Feuerwehr, Schule, Markt, Post, Bahnhof, Kirche, Krankenhaus, Verkehrsgarten, Altenstube, Altenheim, Bücherei, Flughafen, Schulzahnklinik, Straßenbahn, Förster
Berufswelt:
Bäcker, Bauernhof, Geschäft, Baustelle, Eisdiele
Naturwelt:
Zoo, Tierpark, Wald, Feld, Park, Kleingärten, Schneewanderung
Kultureller Bereich:
Theater, Museen, Ausstellungen
Sonstiges:
Verkehrsbeobachtung, Verkehrsbegehung, Ortsteilbegehung, Einkaufsstraße


Ein besonderes Erlebnis ist es für die Kinder immer, wenn wir Gäste einladen, die ihnen etwas mitzuteilen haben. Besonders interessant ist es, wenn die Polizei oder die Feuerwehr mit ihren Einsatzfahrzeugen vor der KiTa vorfahren und etwas aus ihrer Arbeit demonstrieren.

Dies sind nur einige Beispiele dafür, wie wir auch Außenstehende in unsere Arbeit mit einbeziehen.